Verfasst von: rockfun | 26. Juni 2008

„Endlich wieder die Chance, Radio zu machen!“

Der hoch spannende EM-Halbfinal-Krimi – viele konnten gar nicht hinsehen…

Ein Kommentar von Christian Müller

Wir fahren nach Wien! Endlich Finale! Hurra! Doch was für ein Spiel haben wir uns da mit ansehen müssen, gezittert und gejubelt bis in die letzte Minute. Vor 39.274 Zuschauern im ausverkauften St. Jakob-Park in Basel dramatisierten zwei Fußballmannschaften eine Begegnung, die uns noch lange in Erinnerung bleibt.

 
Ich glaube, noch nie hat halb Europa so lange auf ein Standbild gestarrt und fluchend die Fernbedienung durchs Wohnzimmer geworfen. Ein neuer Rekord! Für sechs Minuten und zehn Sekunden brach die gesamte Bildübertragung wegen eines Stromausfalles zusammen. Bela Réthy, Kommentator des ZDF, wurde kurzerhand zum Radioreporter und wusste nicht so Recht, wie er anfangs mit der Situation umgehen sollte. Kurz darauf wurde ihm klar, dass man mit dem Zweiten nicht nur besser SEHEN, sondern auch HÖREN kann. „Endlich wieder Radio machen!“ Damit war er wieder Herr des Baseler Bild-Blindflugs. Fast zur Farce wurde es, als dann das System zum zweiten Mal zusammenbrach und die Schweizer kurzerhand die Live-Übertragung einspeisen mussten.

 
Glücklich nur, dass wir alle Tore unserer Jungs SEHEN konnten. Was wäre gewesen, wenn Klose, Poldi & Co im Dunkeln für Deutschland getroffen hätten? Das Raunen von einer halben Million Fans des Berliner „Public-Listening“ wäre noch in Wien zu hören gewesen.Sowohl Zuschauer, als auch Fernsehkommentatoren sind heutzutage verwöhnt, was die Berichterstattung eines Fußballspiels angeht. Beim Wunder von Bern standen die Deutschen vor Kneipen und Cafes Schlange, um einen der vordersten Plätze an einem Radio zu bekommen. Heute ist das ein alter Hut, doch die Kommentatoren zu der Zeit, wie Herbert Zimmermann, konnten die Massen elektrisieren, 90 Minuten lang – und das ohne Bild!

 
Euer Christian


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