Verfasst von: rockfun | 30. September 2008

Wie funktioniert eine Finanzkrise?

5. Buch Mose: Gebote für das Leben des Volkes 23,20:
Du sollst von deinem Bruder nicht Zinsen nehmen: weder Zinsen für Geld noch Zinsen für Getreide noch Zinsen für sonst etwas, wofür man Zinsen nimmt. (21) … von deinem Bruder darfst du keine Zinsen nehmen, damit der Herr, dein Gott, dich segnet in allem, was deine Hände schaffen, in dem Lande, in das du hineinziehst, um es zu bestellen …

Die weltweite Finanzkrise beschäftigt Menschen und Medien rund um die (westliche) Welt. Man spürt, dass da etwas Historisches passiert. Was da aber nun genau wie und warum passiert, dass bleibt irgendwie undurchsichtig. Wir lesen anstelle einer Erklärung zumeist, dass die Zusammenhänge so komplex seien, dass sogar Experten keinen Durchblick mehr hätten.
Blackbox Finanzwirtschaft!
Klar – wir hören, dass viele Banken Pleite gehen, dass es mit Dow Jones und DAX abwärts geht. Unser Finanzminister Peer Steinbrück ist öfter im Fernsehen als sonst (kein gutes Zeichen) und George Walker Bush will 700.000.000.000$ ausgeben, um die Wirtschaft zu retten. Diese Maßnahme scheiterte zunächst im Repräsentantenhaus und wurde erst im zweiten Anlauf knapp genehmigt.
Wie hängen diese ganzen Dinge zusammen? Was haben Immobilien in den USA damit zu tun? Warum steht über diesem Eintrag ein Zitat aus der Bibel?
Diese Fragen gilt es in diesem Beitrag zu klären.

Ist die Sache wirklich so undurchschaubar, wie behauptet wird?

Ja und Nein. Alle Feinheiten der Krise verstehen zu wollen, ist in der Tat nahezu unmöglich. Allerdings lässt sich schon zeigen, wo die Krise ihren Ursprung nahm und warum die Entwicklungen in den USA für Menschen in der deutschen Provinz von Bedeutung sind.
Dass dies oft nicht ausführlicher erklärt wird liegt daran, dass man die ganze Sache unmöglich in 1.30 im Radio oder in einer kurzen Zeitungsnachricht erörtern kann. Im Fernsehen würde das gehen, aber die Produktion eines guten „Erklärfilms“ braucht Zeit und die Krise ist noch frisch.
Es bleibt also zunächst nur der Blog und zeitaufwendiges Lesen (Leider etwas aus der Mode gekommen).

Wie hat es angefangen?
Wir machen eine Zeitreise in die 90er. Da schien die Welt noch in Ordnung zu sein. An den Börsen sprudelte das Geld. Die „New Economy“ beflügelte die Phantasie der Aktienhändler und vieler Menschen auf der ganzen Welt, die schon immer ohne Arbeit viel Geld verdienen wollten. Die Wundermaschine, die das ermöglichen sollte, heißt „Internet“. Das Web kam Ende der 90er-Jahre so richtig in Fahrt und die Menschen sahen unendliche Möglichkeiten, wie man über dieses neue Medium Geld verdienen konnte. Google, Yahoo, Amazon, ebay und andere Firmen zeigten, wie man es macht. Andere Firmen schlossen sich an. Die Menschen waren so geil auf alles, was irgendwie mit Internet zu tun hatte, dass sie bereit waren, ihr Geld in Unternehmen zu investieren, die nichts zu bieten hatten außer einer Idee.
Das ging eine Weile gut. Dann aber wurden die ersten skeptisch. Was wäre, wenn die Idee, in die ich investiere, doch nicht funktioniert? Die ersten Angsthasen begannen ihre Aktien lieber wieder (mit hohem Gewinn) zu verkaufen. Das blieb natürlich nicht unbemerkt und immer mehr Menschen wollten ihre Aktien verkaufen. Das wurde zum Problem.

Wie entsteht ein Preis?

An dieser Stelle ist kleiner Ausflug in die Wirtschaftstheorie nötig.
Eine Börse ist im Prinzip nichts anderes als ein Markt. Auf einem Markt treffen zwei Arten von Menschen zusammen. Einmal diejenigen, die etwas verkaufen wollen (Angebot) und diejenigen, die etwas kaufen wollen (Nachfrage). Angeboten und nachgefragt werden Waren/Produkte. Diese werden gegen Geld getauscht. Entscheidend ist dabei die Frage, wie viel Geld man für welches Produkt bezahlen muss. Die Regel dafür ist einfach. Ist ein Produkt sehr begehrt (hohe Nachfrage) und ist zugleich das Angebot dieses Produktes knapp (niedriges Angebot), dann steigt der Preis. Wenn es regnet und du bist auf einem gut besuchten Markt, dann willst du unbedingt einen Regenschirm kaufen. Wenn es aber auf dem Markt nur einen einzigen Regenschirm gibt, so wird am Stande des Händlers ein ziemlicher Andrang entstehen. Der Händler wird natürlich versuchen, seinen Schirm so teuer wie möglich zu verkaufen.
Wenn nun aber die Sonne scheint und auf dem Markt viele Regenschirme angeboten werden, so werden die Preise der Schirme sinken und viele Regenschirmverkäufer werden dennoch auf ihren Schirmen sitzen bleiben.
Angebot und Nachfrage regeln den Preis – so die Theorie.

Verzweifelte Aktienbesitzer und viele Tränen

Zurück zu unserer Börse mit den Internetaktien.
Das Angebot an Aktien steigt rasant. Zugleich sinkt die Nachfrage nach Internetaktien. Die Preise fallen. Fallende Preise treiben immer mehr Menschen dazu, schnell ihre Aktien zu verkaufen, bevor sie wertlos werden. Der Markt wird überschwemmt mit Aktien, die keiner mehr haben möchte. Die Preise fallen weiter. Ein Teufelskreis entsteht. Auch andere Aktien bleiben von diesem Strudel nicht verschont. Auch Aktien, die nur indirekt irgendetwas mit dem Internet zutun haben, werden unbeliebt und die Preise fallen. Teuer gekaufte Aktien verlieren an Wert. Menschen verlieren ihre in Aktien angelegten Ersparnisse.
Börsencrash! Die „ Dot-Com (.com) Blase“ ist zerplatzt!

Was ist daran so schlimm? Jeder bekommt, was er verdient!

Für US-Bürger ist ein solcher Crash viel schlimmer als für uns Deutsche. Die USA haben kein Renten- und Sozialsystem, wie wir es kennen. Dort sorgt jeder für sich selbst vor. Traditionell tun die Amerikaner dies durch Aktienkäufe. Mehrer Aktien werden von Banken zu Fonds zusammengebunden und als Paket für die Altersvorsorge an US-Bürger verkauft. Wenn der Wert der Aktien steigt, dann steigt auch das Ersparte für das Alter. Abgesehen von der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren hat das immer gut funktioniert. Im Jahr 2000 aber verloren viele Amerikaner ihr erspartes Geld und standen vor dem Nichts.
Die Folgen sind dramatisch. Die Menschen beginnen sich einzuschränken und drehen jeden Dollar zweifach um, bevor sie ihn ausgeben. Anschaffungen wie, Autos, Fernseher, Computer, Häuser etc. werden verschoben oder gestrichen. Die Wirtschaft kann ihre Produkte nicht mehr verkaufen. Sie müssen ihre Produktion der geringen Nachfrage anpassen und weniger Produkte herstellen. Dazu brauchen sie natürlich auch weniger Arbeiter. Entlassungen folgen. Die entlassenen Menschen müssen sich nun ebenfalls finanziell einschränken. Ein Teufelskreis!

Retter in der Not in Sicht – Die FED

Alan Greenspan, seinerzeit Chef der FED (US-Notenbank), hat die Situation blitzschnell erkannt und wollte die USA vor diesem Teufelskreis bewahren.
Die FED ist in den USA das, was bei uns die EZB (europäische Zentralbank) ist.
Sinnbildlich gesprochen sind diese Institutionen die Geldquelle der USA bzw. der EU. Sie haben die Lizenz zum Gelddrucken. Wenn es auf dem Geldmarkt knapp wird, dann dürfen diese Banken Geld drucken, um das Problem zu lösen. Das frisch gedruckte Geld vermieten sie dann an Amerika oder Europa (Drucken ist hier sinnbildlich zu verstehen. Das Geld wird natürlich virtuell zur Verfügung gestellt).
Warum verschenkt die Notenbank das Geld nicht? Das wäre gefährlich, denn dann wäre die Versuchung groß, ständig neues Geld zu drucken. Geld braucht aber immer einen Gegenwert; sonst ist es ja nichts weiter als Papier. Früher war dieser Gegenwert Gold. Der Gegenwert zu den Dollars in Amerika lagerte in Form von Goldbarren u.a. in Fort Knox. Diese Bindung der Währung an Gold heißt „Goldpreisbindung“ und wurde auch in Europa praktiziert. Im 1. und 2. Weltkrieg war diese Bindung aber lästig, da man unmöglich soviel Gold heranschaffen konnte, dass damit die Kriegskosten hätten bezahlt werden können. Man druckte das Geld also einfach ohne Gegenwert. In der Folge kam es zu einer Entwertung des Geldes (Inflation).
Später wurden die Währungen der Welt an den Dollar gebunden. Der war bis zum Vietnamkrieg wiederum an das Gold in Fort Knox gebunden. In Vietnam hatten die USA aber das gleiche Problem, wie die Europäer im 1. und 2. Weltkrieg. Daher wurde dann auch dort die Bindung geschwind abgeschafft.
Was bildet heute den Gegenwert des Dollar? Kurz gesagt: Amerika selbst. Da Amerika weltweit als große Wirtschaftsmacht und reiches Land gilt, können andere Länder „Staatsanleihen“ kaufen. Man kauft also praktisch ein Stück Amerika und gibt Amerika dafür Dollar. Amerika verpflichtet sich im Gegenzug dazu, diese Anleihe jederzeit von Steuergeldern wieder gegen Dollar zurückzutauschen.
China findet das z.B. sehr gut und hat viele Anleihen gekauft.
Anders gesagt, Amerika hat Schulden bei China.
Alan Greenspan konnte 2000 also aus dem Vollen schöpfen. Er ließ Geld drucken und vermietete es günstig an die Banken. Die Miete für Geld nennt man Zinsen und die Zinsen, die eine Zentralbank auf Geld erhebt, nennt man „Leitzins“. Den hat Alan so niedrig wie möglich gehalten, damit auch alle von dem billigen Geld aus der FED-Geldpresse profitieren konnten.

Was hat das mit der Krise 2008 zu tun?

Die Banken waren glücklich. Frisches Geld war auf dem Markt und es ließ sich sogar sehr günstig beschaffen. Da bot es sich an, mit diesem günstigen Geld neue Kunden zu gewinnen. Die besten Kunden einer Bank sind die, die wenig Geld haben. Klingt im ersten Moment unlogisch ist aber clever gedacht. Wenn du dir ein Auto kaufen möchtest und du hast die Kohle nicht im Sparstrumpf unter dem Kopfkissen vorrätig, dann gehst du zur Bank und leihst dir dort die benötigte Summe. Das nennt man einen Kredit aufnehmen oder (ehrlicher) Schulden machen. Die Bank prüft dann zunächst, ob du „kreditwürdig“ bist, also ob du jemals in der Lage sein wirst, deine Schulden auch zu bezahlen (hast du einen Job, reiche Eltern, ein Haus, dass man pfänden könnte …).
Wenn die Bank zufrieden ist, dann gibt sie dir das Geld für dein Auto. Als Gegenleistung reicht aber kein freundliches Dankeschön. Du musst Zinsen zahlen. Am Ende zahlst du der Bank also nicht nur das Geld für das Auto zurück, sondern auch noch eine ganze Stange Zinsen. Je länger du für die Rückzahlung brauchst, desto höher sind die Zinsen. Die Zinsen bleiben als Gewinn bei der Bank.
Weil die Bank aber für die zusätzlichen Zinsen nicht arbeiten, sondern nur abwarten muss, steht in der Bibel, dass das Zinsgeschäft unfair sei. Zumindest in der Verwandtschaft ;o)

Die Banken haben also mit niedrigen Zinsen viele Amerikaner dazu gebracht, sich bei ihnen zu verschulden. Dabei ist es natürlich besser, wenn man große Kredite vergibt, denn dann kommen auch über viele Jahre viele Zinsen zusammen. Das teuerste, was sich ein normaler Privatmensch in seinem Leben kauft, ist meistens ein Haus. Das ist auch in den USA so. Daher haben die Banken Hauskredite erfunden, die speziell für Menschen gemacht waren, die sich eigentlich niemals ein eigenes Haus hätten leisten können. „Subprime“ nennt man dieses Geschäftsmodell. „Sub“ für „unter“ und „prime“ für „erstklassig“. Das Geschäftsmodell bezieht sich also auf Kreditnehmer, die nicht erstklassig sind – weil sie nur wenig verdienen, keine größeren Sachwerte besitzen oder sonst finanziell schwach sind.
Damit die auch bei solchen Kreditangeboten zugreifen, hat die Bank einen flexiblen Zinssatz mit ihnen vereinbart. In den ersten 5 – 10 Jahren zahlen die neuen Hausbesitzer nur sehr wenig Zinsen. Im Laufe der Zeit steigen dann die Zinssätze.
Das Geld für den Bau der Häuser haben sich die Banken wieder bei anderen Banken mit Zinsen geliehen, um die Bauarbeiter und Materialien für den Hausbau bezahlen zu können..
Die US-Bürger atmeten auf. Sie konnten trotz Börsencrash wieder Geld ausgeben und über günstige Kredite Autos, Computer, Fernseher und sogar Häuser kaufen.

Was hat das mit der Finanzkrise zu tun, die nun angeblich die ganze Weltwirtschaft gefährdet?

Die Banken hatten nun einen ganzen Haufen Kredite im Wert von etwa 11 Billionen (11.000.000.000.000$) vergeben. Diese Kredite einfach nur liegen zu lassen und darauf zu warten, dass die Zinsen kommen, war ihnen nicht profitabel genug. Sie wollten daran noch mehr verdienen. Außerdem wollten sie das Risiko, dass der Kreditnehmer evtl. seine Zinsen nicht mehr zahlen könnte, nicht allein tragen. Also packten sie Päckchen. In jedes Päckchen kamen mehrere der Subprimekredite hinein. Dann wurde das Paket fest verschnürt und mit dem Stempel „Immobilien“ versehen. Eine tolle Sache, denn Immobilien sind etwas Handfestes, dass man im Notfall direkt wieder durch Verkauf zu Geld machen kann. Immobilien sind eine solide Geldanlage, denn Häuser braucht jeder.
Das dachten sich auch so genannte „Ratingagenturen“, die derartige Produkte erst überprüfen und mit Noten versehen, bevor sie gehandelt werden dürfen. Eine „1 mit Sternchen“ für „besonders sicher“ wird von den Agenturen durch „AAA“ (tripple A) ausgedrückt. Die neuen Subprime-Päckchen erhielten diese höchste Wertung. Diese Päckchen (in den Medien als kompliziertes Finanzprodukt bezeichnet) wurden von den Banken an andere Banken verkauft – gegen Geld. Die haben diese mit eignen Päckchen zusammengebunden und mit Gewinn weiterverkauft. Das ging gut, denn das „AAA“ bewies, dass in den Päckchen kein Schrott versteckt war. Da die Wirtschaft ja nun global agiert, haben auch Banken in Tokio, Moskau und Sachsen diese Päckchen gehandelt.
Wie in einem Kettenbrief hängt also der Kunde der IKB (eine deutsche Bank – inzwischen pleite) mit dem Hausbesitzer in Ohio zusammen. Die Päckchen wurden zu einer Art Zahlungsmittel in der Finanzwelt.

Achtung. Jetzt kommt’s!

Der Hausbesitzer in Ohio hat nach 5 Jahren gemerkt, dass er die mit der Bank vereinbarte Zinserhöhung  nicht leisten kann. Er musste sein neues Haus verlassen und blieb mit einem Haufen Schulden zurück. Eine menschliche Katastrophe in jedem einzelnen Fall! Doch nicht nur in Ohio wurden die Menschen aus ihren Träumen gerissen. In den gesamten USA mussten Menschen ihre Häuser räumen. Überall standen leere Häuser zum Verkauf. Die Banken, denen die Häuser ja noch gehörten, konnten keine Käufer für die vielen Häuser finden. Niemand war mehr bereit normale Preise zu bezahlen. Angebot und Nachfrage regeln den Preis!
Immobilien verloren enorm an Wert.
Wenn du dich nun an die Dot-Com-Blase erinnert fühlst, dann hast du es verstanden.
Es ist der gleiche Mechanismus. Nur mit noch schlimmeren Folgen!

Die Katastrophe!

Die Banken gerieten in Panik, die Häuser konnten nicht verkauft werden. Die Schulden, die sie bei anderen Banken zum Bau der Häuser gemacht hatten konnten nicht bezahlt werden. Die Zinsen ebenfalls nicht. Da die Banken sich gegen derartige Pleiten bei Versicherungen abgesichert hatten, wurden auch die Versicherungen in den Strudel gerissen. Pleiten bei Versicherungen (AIG) und Banken (Lehman Brothers) folgten.
Gleichzeitig merkten viele Banken, dass mit den Päckchen, die sie gekauft hatten etwas nicht stimmte. Sie dachten, sie hätten sichere Immobilien gekauft. Diese verloren nun aber an Wert. Einige Päckchen wurden geöffnet und siehe da, es waren nur „faule Kredite“ drin. Dumm nur, dass diese Päckchen als Gegenwert für echtes Geld gedient hatten. Die Banken hatten einen schlechten Handel gemacht. Sie haben wertvolles Geld für wertlose Päckchen ausgegeben. Zudem hatten sie sich daran gewöhnt, mit diesen Päckchen eigene Schulden zu bezahlen. Jetzt da alle wissen, dass die Päckchen wertlos sind, will keine Bank diese mehr als Zahlungsmittel akzeptieren. Nur Bares ist Wahres. Die Folge: Das Geld wird knapp. FED und EZB müssen wieder Geld drucken….
Viele Banken haben aber so viele wertlose Päckchen eingekauft, dass ihnen niemand mehr Geld geben möchte (Hypo Real Estate). Sie gehen Pleite, werden aufgekauft durch andere Banken (zu Schleuderpreisen) oder vom Staat (Verstaatlichung).

Rettungspläne

Die amerikanische Regierung hat den Plan, alle Päckchen die noch auf dem Markt sind zu kaufen. Das würde etwa 700 Mrd. Dollar kosten. Das ist der Plan, der im Repräsentantenhaus zunächst gescheitert war. Das ist auch verständlich, denn im Repräsentantenhaus sitzen die Volksvertreter der US-Staaten und  die müssen bald eine Wiederwahl bestehen. Die US-Bürger finden es aber nicht fair, dass von ihren Steuergeldern faule Kredite gekauft werden sollen, an denen die Banken zuvor sehr viel Geld verdient haben.
Die Alternative ist aber ebenso unpopulär.
Derzeit traut keine Bank der anderen, weil niemand weiß, wie viele wertlose Kreditpäckchen beim anderen noch lagern. Die Kreditwürdigkeit der Banken ist dahin. Das bedeutet, dass sich Banken untereinander kein Geld mehr verleihen wollen. Sie trauen einander nicht mehr.
Die Folge wird sein, dass die Banken kein Geld mehr eintreiben können, dass sie den Bürgern und Firmen des Landes leihen könnten.
Wenn also eine Firma eine neue Fabrikhalle bauen möchte, so könnte sie bald keine Bank mehr finden, die ihr dafür das Geld leiht.
Das bedeutet auf absehbare Zeit eine schrumpfende Wirtschaft (Rezession), weniger Arbeitsplätze und mehr Armut.
Die Notenbanken können auch nicht helfen, denn wenn sie noch mehr Geld drucken würden, dann wäre eine starke Inflation die Folge. Das Geld verliert an Wert, weil es zuviel davon gibt. Die Preise steigen.
Das zu verhindern und die Menschen zu beruhigen, ist u.a. die Aufgabe von Peer Steinbrück, der aus diesem Grund ständig im Fernsehen zu sehen ist. Er versucht gerade, die Banken dazu zu bringen, sich gegenseitig zu vertrauen, indem er verspricht, dass der Staat für mögliche Verluste im Kreditgeschäft aufkommt. Das ist natürlich ähnlich umstritten wie die 700 Mrd. Aktion der USA.

Wo lag der Fehler?

Das kannst du nun selbst herausfinden. Denn hier beginnt der politische Streit der Zukunft.
-    Die Gier der Banken?
-    Die Bereitschaft der Menschen sich zu hoch zu verschulden?
-    Die Ratinagturen mit dem „AAA“?
-    Die Zinsen und der Verstoß gegen das Wort der Bibel?
-    Fehlende staatliche Kontrollen?
-    …

Sicher ist aber, dass Schuldenmachen eine schlechte Lösung ist, wenn man nicht sicher ist, ob man diese jemals zurückzahlen kann.
Das gilt für den Kauf eines Hauses, wie für den Kauf eines Handys oder Flachbildschirms.

Hier kannst du dich selbst fragen, was du aus der Krise lernen kannst.


Antworten

  1. Super Artikel! Danke fürs Licht im Dunkel!

  2. Echt toller Artikel. Danke für die Mühe ;-)

  3. Klasse Artikel und danke für die Aufklärung. Klar ist alles weitaus komplizierter, aber meiner Meinung nach ist das Wesentliche gesagt.
    Vielen Dank für die Mühe!

  4. Gut verständlicher Artikel! Danke.

  5. Danke für den tollen Artikel.

    Eine Frage habe ich noch:

    Wo kann man denn noch mehr und genauer darüber lesen? ..und zwar in dieser verständlichen Form? :)

  6. ich habe mich zwar relativ spät darüber schlau gemacht aber das liegt echt daran das ich dachte mein basiswissen das ich hatte ausreichen würde.demnächst aber schreib ich mein abi im lestungsfach gmk und ich fühlte mich dazu gezwungen ein mehr oder weniger erweitertes wissen zu ergattern was mir in den letzten 30 min. absolut schwer fiel, bis ich auf deinen aufklärungsartikel stieß.
    danke vielenmals, den lob hast du dir verdient rockfun.


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